Fettstoffwechselstörungen
Zu hohe Blutfettwerte sind einer der wichtigsten Risikofaktoren
arteriosklerotischer Herzgefäßerkrankungen.
Weitere Risikofaktoren sind:
- Zu hoher Blutdruck
- Rauchen
- Diabetes mellitus
- Übergewicht
- Erbliche Faktoren
Eine Kombination mehrerer dieser Faktoren erhöht das Risiko,
einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden um ein
Vielfaches.
Welche Ursachen führen zu den Fettstoffwechselstörungen?
In heutiger Zeit haben sich die Arbeits- und Lebensbedingungen
dahingehend verändert, dass weniger körperliche Schwerstarbeit
verrichtet wird. Die Bewegung hin zu einer
Dienstleistungsgesellschaft verlangt immer mehr sitzende
Beschäftigung, geistige und nervliche Beanspruchung.
Der Energiebedarf stützt sich daher nicht mehr so stark auf
die energieliefernden Fette, sondern verschiebt sich zugunsten der
Kohlenhydrate und Eiweisse.
In Deutschland werden trotzdem noch ca. 42% der Ernährung
durch Fette gedeckt, obwohl ein Anteil von 30% erstrebenswert
währe.
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Fazit:
Mehr Gemüse, Obst und Rohkost reduzieren den Fettanteil
der Nahrung und helfen zugleich mit Vitaminen, die
aufgenommenen Fette besser zu verwerten.
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"Sichtbares" und "unsichtbares" Fett
Unter sichtbarem Fett versteht man Fette, die
z.B. als Brotaufstrigch (u.a. Butter) dienen, oder zum Braten und
Backen verwendet werden. Die unsichtbaren
Fette findet man z.B. in Fleisch, Wurst, Eidotter, Käse, Sahne
oder Schokolade. Bei der Ermittlung der
Tagesration an Fett müssen auch diese unsichtbaren Fette
berücksichtigt werden!
Bsp. für die Berechnung der empfohlenen
Fettzufuhr:
Gesamtenergiebedarf (100%)
ca.
2400 kcal
Fettzufuhr (30%) ca. 720 kcal
1g Fett liefert
9,3 kcal
xg Fett liefern 720 kcal
Bei einem täglichen Gesamtenergiebedarf von
durchschnittlich 2400 kcal sollte man nicht mehr als 77 g Fett zu
sich nehmen.
(Der Gesamtenergiebedarf ist abhängig von der
Schwere der täglichen Arbeit.)
Fett ist nicht gleich Fett
Was ist Cholesterin?
Cholesterin ist eine fettähnliche Substanz,
welche lebensnotwendig für unsere Zellen, einige Hormone,
Gallensäuren und einige Vitamine ist. Befindet sich jedoch zu viel
Cholesterin im Blut, hat dies schädliche Folgen für unsere
Gesundheit. Das für den Körper notwendige Cholesterin wird zu
70% von unserem Körper selbst produziert, zu 30% sind wir auf die
Zufuhr von Cholesterin durch Nahrungsfette angewiesen. Bei
einer ausgewogenen Ernährung verfügt der Körper über einen
"Selbstregulierungsmechanismus", so dass bei zu viel
Cholesterinaufnahme über die Nahrung die Eigenproduktion
gedrosselt wird, auf der anderen Seite bei zuwenig
Cholesterinzufuhr der Körper mehr eigenes Cholesterin produziert.
Wird dem Körper ständig zuviel Cholesterin von
außen zugeführt, bricht dieser Selbstregulierungsmechanismus
zusammen, und das Cholesterin reichert sich im Blut an.
Cholesterin findet man nicht in Form von
Fetttröpfchen im Blut, sondern es wird an bestimmte Transporter
gebunden, sogenannte Lipoproteine. Aus
diesen verschiedenen Lipoprotein-Transportern leitet sich das
sogenannte "schlechte" und "gute" Cholesterin
ab:
LDL (Lipoprotein
mit niedriger Dichte) transportiert das Cholesterin in unsere
Zellen hinein, wo es für viele Stoffwechselvorgänge benötigt
wird. Die schlechte Eigenschaft besteht
darin, dass es sich gern an vorgeschädigte Stellen der
Blutgefäßinnenwände ablagert, und somit eine Arteriosklerose
begünstigt.
HDL (Lipoprotein
mit hoher Dichte) transportiert das Cholesterin aus der Zelle
zurück in die Leber, wo es um- und abgebaut wird. Die
gute Eigenschaft besteht darin, dass es das Cholesterin von den
Gefäßwänden löst, und somit der Arteriosklerose entgegenwirkt.
Für die Entstehung der
Fettstoffwechselstörungen ist nicht nur das Cholesterin
verantwortlich, sondern auch sog. Triglyceride
(Fette verschiedener Zusammensetzung). Diese
wirken sich unterschiedlich auf das Blutcholesterin aus.
Um das Arterioskleroserisiko zu bewerten, sollten u.a. folgende
vier Werte bestimmt werden:
|
Kenngrösse |
Messgröße |
Idealbereich |
Grenzbereich |
Risikobereich |
|
Gesamtcholesterin |
mg/dl |
<200 |
200 - 239 |
>240 |
|
LDL-Cholesterin |
mg/dl |
<130 |
130 - 159 |
>160 |
HDL-Cholesterin ♂
♀ |
mg/dl
mg/dl |
>55
>65 |
35 – 55
45 - 65 |
<35
<45 |
LDL/HDL-Quotient ♂
♀ |
|
<2,35
<1,94 |
2,35 – 4,55
1,94 - 3,41 |
>4,55
>3,41 |
|
Triglyceride |
mg/dl |
<150 |
150 - 200 |
>200 |
Wichtig für die Bewertung des Risikos ist das
Verhältnis von LDL zu HDL, es sollte nicht unter 3:1 liegen.
Der HDL-Wert sollte 45 mg/dl nicht unterschreiten.
Was versteht man unter Triglyceriden?
Alle Fette ob pflanzlichen oder tierischen
Ursprunges sind nach demselben Schema aufgebaut. An
einem Glycerinrest hängen drei Fettsäuren.
Fettteilchen:
|
Fettsäure |
| G |
|
| L |
| Y |
| C |
Fettsäure |
| E |
|
| R |
| I |
| N |
Fettsäure
|
Die Nahrungsfette unterscheiden sich nach Länge
und Zusammensetzung dieser Fettsäuren. Man
unterscheidet in sog. "gesättigte" Fettsäuren,
"einfach ungesättigte" Fettsäuren und "mehrfach
ungesättigte" Fettsäuren. Jedes Fett
kann alle drei Typen der Fettsäuren enthalten, jedoch in
unterschiedlicher Menge. Tierische Fette und
Kokosfett sind reich an gesättigten
Fettsäuren. Sie
erhöhen den Cholesterinspiegel.
Fette mit vielen ungesättigten
Fettsäuren wie z.B. Sojaöl, Sonnenblumenöl und Olivenöl
senken den
Cholesterinspiegel.
Besonders die einfach ungesättigten
Fettsäuren, welche zu 73% im Olivenöl enthalten sind wirken sich
günstig auf den Cholesterinspiegel aus.
Der Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren
sollte daher den größten Teil an der Gesamtfettzufuhr ausmachen.
Fettsäurezusammensetzung von Nahrungsfetten:
| Sonnenblumen - Öl |
8 |
27 |
65 |
| |
Gesättigte Fettsäure |
| |
Einfach ungesättigte Fettsäuren |
| |
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren |
Maßnahmen zur Senkung des Blutfettspiegels:
- Einschränkung der Fettzufuhr (insbesondere des Cholesterins
und der gesättigten Fettsäuren)
- Bewusste Auswahl der Nahrungsmittel (mehr Fisch, Salate, Obst
und Gemüse)
- Fettärmere Garmethoden (Grillen, Dünsten, Dämpfen oder
Wegschneiden des Fettrandes nach dem Braten)
- Meiden von Lebensmitteln mit "versteckten" Fetten
Unterstützend können auch pflanzliche Arzneimittel zur
Senkung des Cholesterinspiegels eingesetzt werden (z.B.
Artischockenpräparate: Hepar SL forteâ
, Heparstadâ ,
Löwenzahnwurzelpräparate, Queckenwurzel und Wegwartenwurzel)
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Durchschnittlicher Cholesteringehalt verschiedener Nahrungsmittel
(mg/100g) |
|
Fleisch
Schweinefleisch 70
Rindfleisch 70
Kalbfleisch 90
Hammelfleisch 65
Lammfleisch 70
Wild 110
Innereien
Schweineleber 250
Rinderniere 350
Kalbsleber 360
Thymus, Bries 290
Hirn 2200-3100
Huhn
( ohne Haut) 60-75
Eier
1 Hühnerei 280
Eiweiss 0
Eigelb (100g) 1400 |
Fisch
Kaviar > 300
Hummer 150-190
Austern 150-190
Krabben 125-150
Seezunge 40-50
Rotbarsch 20-40
Makrele 35
Kabeljau, Schellfisch 30
Milch-
und Milchprodukte
Vollmilch 10
Magermilch 3
Doppelrahmkäse (60-70% F. i. Tr.)105
Vollkäse (45% F. i. Tr.) 90
Halbfettkäse (20% F. i. Tr.) 30
Eiscreme 45
Fette
Butter 250
Schweineschmalz 100
Pflanzenmargarine 0 |
| |
Weniger oder nicht geeignete Nahrungsmittel |
Geeignete Nahrungsmittel |
|
Fleisch |
Innereien, Speck, Fleischkonserven in Soßen |
Mageres Fleisch, den Fettrand nach dem Braten wegschneiden |
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Wurstwaren |
Cervelat-, Leber-, Blut-, Mett- und Bratwurst |
Fleischsülze, Spezialwurstsorten unter 10% Fett |
|
Geflügel |
Ente, Gans |
|
|
Fisch |
Austern Garnelen, Muscheln, Hummer, Krabben |
Magere Sorten Frischfisch geräuchert, gesäuert oder in Gelee |
|
Eier |
Eigelb |
Eiklar |
|
Milchprodukte |
Vollmilch, Kaffeesahne, Schlagsahne, Vollmilchjoghurt, Sahnequark,
fettreiche Käsesorten |
Buttermilch, Magermilch, Magermilchjoghurt, Magerquark, fettarme
Käsesorten bis zu 30% Fett i. Tr. |
|
Fette und Öle |
Butter, Schmalz, Talg, Speck, Kokosfett, Konsum- Margarine |
Sonnenblumen-, Distel-, Soja-, Maiskeimöl, Diätmargarine,
kaltgepresstes Ölivenöl |
|
Gemüse und Obst |
Trockenobst, Süssmust |
|
|
Kartoffeln |
Pommes frites, Chips, Bratkartoffeln |
Gekochte Kartoffeln, Kartoffelpüree, Klöße |
|
Brot |
|
Alle Arten, dunkle Brotsorten bevorzugt |
|
Kuchen und Torten |
Sahnetorten, Blätterteig, Fettgebackenes |
Hefeteig oder Quark, Kuchen ohne Eigelb |
|
Süsswaren |
Zucker, Honig, Marmelade, Speiseeis, Schokolade |
Marmelade mit Süßstoff |
|
Nüsse |
Kokosnüsse |
Alle Arten |
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