Kopfschmerzen
Fast jeder zweite Bundesbürger leidet häufiger unter
Kopfschmerzen. 60 Prozent der Betroffenen nehmen gegen ihr Leiden
rezeptfreie Medikamente ein; nur jeder Zehnte geht deswegen zum
Arzt. Wie sollte man am besten mit dem Schmerz umgehen? Zunächst
kommt es darauf an, was für einen Kopfschmerz man hat.
Welche Art von Kopfschmerz?
Die Wissenschaft unterscheidet viele verschiedene Formen des
Kopfschmerzes.
sind immer Ausdruck einer anderen Krankheit, z.B.
Bluthochdruck, Stirnhöhlenentzündung, Zahn-/Kieferbeschwerden,
Tumore etc.
Auch bestimmte Arzneimittel können als Nebenwirkung
Kopfschmerzen hervorrufen. Diese Ursachen sollten immer
ärztlich abgeklärt und behandelt werden.
sind eine eigenständige Krankheit. Dazu gehören u.a.
Migräne und Spannungskopfschmerzen, welche zusammen über 90
Prozent der Kranken betreffen.
Wie unterscheiden sich diese
Kopfschmerzformen?
- Der Spannungskopfschmerz ist dumpf-drückend bis ziehend und
umfasst (beidseitig!) den ganzen Kopf, als ob ein beengendes
Band um den Kopf gelegt wurde. Oft wird der Schmerz im Nacken
und Hinterkopf besonders stark oder als von hier ausstrahlend
empfunden. Der Schmerz wird durch körperliche Aktivität
nicht verstärkt; Übelkeit, Erbrechen oder Sehstörungen
treten nicht auf. Die Symptome können sich bereits nach einer
halben Stunde bessern, aber auch bis zu 7 Tage anhalten. Chronisch
nennt man den Spannungskopfschmerz, wenn er mehr als 15 Tage
im Monat bzw. mehr als 180 Tage im Jahr besteht.
- Die Migräne dagegen hat einen pochenden, pulsierenden
Charakter und tritt meist – aber nicht immer – einseitig
auf. Die Intensität des Schmerzes nimmt bei Anstrengung zu
und hindert einen erheblich schon bei üblichen Tätigkeiten.
Oft besteht eine Licht- und Lärmempfindlichkeit. Im Gegensatz
zu Spannungskopfschmerzen kommt es häufig zu Übelkeit,
Erbrechen, Seh-, Sensibilitäts- oder Sprachstörungen. Die
Anfallsdauer liegt meist zwischen 4 und 72 Stunden und umfasst
oft unterschiedliche Stadien.
Was sind die häufigsten Auslöser für den
Kopfschmerz?
Spannungskopfschmerz:
Stress, psychische Belastung
Schlafmangel
Starke körperliche Anstrengung
Belastende Wetterlage
Sehschwäche
Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich
Migräne:
- psychischer Stress
- Wechsel im Schlaf-Wach-Rhythmus (z.B. längeres Schlafen am
Wochenende!)
- Hormonelle Schwankungen, auch bestimmte hormonbeeinflussende
Medikamente
- Hunger / Diät
- Bestimmte Nahrungsmittel (Schokolade, Hartkäse, Rotwein)
- Genußmittel (Alkohol, Nikotin, Coffein)
Was kann ich dagegen tun?
- Am wichtigsten ist sicher, die Ursache der Schmerzen
herauszufinden und die Schmerzauslöser zu vermeiden.
Besonders hilfreich kann dabei ein Kopfschmerztagebuch sein,
wofür Sie bei uns auch Vorlagen erhalten können.
- Einfache Entspannung oder spezielle Entspannungsmethoden,
wie z.B. Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung
nach Jacobson
- Gesichtsmassage oder Massage im Schulter- Nacken-Bereich
- Kalte Arm- oder Fußbäder
- Schlaf im abgedunkelten, ruhigen Raum
- Für frische Raumluft sorgen
- Auf die schmerzenden Stellen kalte Umschläge legen oder
10%-iges Pfefferminzöl aufstreichen
- Schmerzmittel sollten nur kurzfristig und in Ausnahmefällen
eingenommen werden. Ihre regelmäßige Einnahme kann zu
erneuten Kopfschmerzen führen (Kennzeichen: dauernde,
dumpf-drückende Schmerzen von morgens bis abends, kaum
Schwankungen). Außerdem können bei Dauergebrauch
Nebenwirkungen, wie etwa Magenreizungen, auftreten.
Deshalb sollte man Schmerzmittel höchstens 2 bis 3 Tage am
Stück und im Monat nicht mehr als 15 Tabletten einnehmen.
Empfehlenswerte rezeptfreie Mittel enthalten die Wirkstoffe
- Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin®)
- Paracetamol (z.B. Benuron®)
- Ibuprofen (z.B. Aktren®),
und zwar in Form von Tabletten, Kau- oder Brausetabletten,
Lösungen oder Zäpfchen.
Über die Besonderheiten und Unterschiede der einzelnen Mittel
informieren wir Sie gerne persönlich, damit auch sicher das
Richtige für die jeweilige Situation ausgewählt wird.
- Mit Hilfe eines Arztes können auch alternative Methoden
zur Schmerzlinderung angewandt werden, wie Akupunktur oder
die "transkutane elektrische Nervenstimulation" (TENS).
- Alle bisher genannten Maßnahmen lassen sich generell bei
Kopfschmerzen anwenden, also auch bei Migräne.
Bei Migräne reicht das allerdings oft noch nicht aus,
so dass Sie sich unbedingt an einen Arzt wenden sollten. Er
kann - die Diagnose genau abklären (rezeptpflichtige) Mittel
gegen die Übelkeit verordnen, die auch die Wirksamkeit der
Schmerzmittel günstig beeinflussen spezielle, verstärkt gegen
Migräne wirksame Medikamente verordnen, die zur Vorbeugung oder
im Anfall genommen werden.
Wann muss ich zum Arzt?
- Wenn die Schmerzen nicht nachlassen oder immer wiederkehren
- Wenn die Schmerzen sehr stark sind oder immer stärker
werden
- Wenn andere Beschwerden hinzukommen, z.B. Schwindel,
Sehstörungen, Störungen des Kurzzeitgedächtnisses
- Wenn die Kopfschmerzen erstmals nach Einnahme eines neuen
Arzneimittels auftreten
- Wenn Sie jenseits des 40. Lebensjahres erstmals
Kopfschmerzen bekommen, die Sie so bisher nicht kannten
Haben Sie noch Fragen?
Wir beraten sie gern!